Ihre Entstehung verdankt die Spielgruppe dem Auftritt des Großen Siedershofes in Schwäbisch Hall zu Pfingsten. Dieser läßt an diesem Termin die lange Tradition der Salzsieder wieder aufleben. Bis weit in die 1960er Jahre hinein standen dabei die Tänze und die Musik im Vordergrund.

Im Jahr 1967 wurde das Fest um einen Programmpunkt erweitert. Es wurde eine kleine Gerichtsszene eingebaut. Dabei wurde der "Delinquent" am Pranger mit Eiern und Wasserbeuteln beworfen. Diese Gerichtsszene wurde 1970 zum "reichsstädtischen Gerichtstag" ausgebaut. Ein Chronist schrieb hierzu: "So recht nach dem Herzen des Volkes, in derber, mittelalterlich anmutender Sprache rollte ein turbulentes Prozessieren um den renitenten Dieb Wendelin Grundel (Uli Wenger) und die des Ehebruchs verdächtige Apolonia Sommerin (Sieglinde Knapp) ab, das nicht zuletzt durch das urwüchsige und lebensechte Spiel der "Delinquenten" zum Höhepunkt des Vormittags wurde." Am Nachmittag wurde das Fest um das historische Schauspiel über die Stättmeistertochter Anna Büschler erweitert, welches vom Dichter Paul Wanner extra für die Sieder geschrieben wurde. Neben professionellen Schauspielern agierten viele Haller Bürger als Laienschauspieler, deren Leistungen vielerlei Lob hervorriefen.

1972 schrieb das Haller Tagblatt über den Gerichtstag an Pfingsten: " Drei Delinquenten galt es abzuurteilen, wobei einer - zunächst zum Tode verurteilt - zu lebenslangem Kerker verdonnert, in ein kunstvoll aufgebautes Verlies gepfercht wurde. Ein anderer hatte sich zur Strafe dreimal selbst aufs Maul zu schlagen, während ein "liederliches" Weib in die Halsgeige gesteckt wurde. Der Richterspruch, dem Weib auch die Haare abzuschneiden, ließ sich freilich nicht verwirklichen, da sich die vom Henker mitgeführte "Gartenschere" als zu stumpf erwies. Dennoch war das Geschehen mit allem Drum und Dran eine Mordsgaudi".




1977 wurde das Programm um eine Marktszene erweitert, für deren Gestaltung man die Haller Theatergruppe "Klack" unter der Leitung von Peter Lemmermann gewinnen konnte. Der erste Auftritt der Markttreibenden konnte nicht überzeugen, so dass die in Michelbach lebende Schauspielerin Christine Häußler als Regisseurin engagiert wurde und versuchte der Marktszene ein etwas professionelleres Aussehen zu geben. Daraufhin übernahmen die "Haalmauler" um Peter Koehnen, welche das Marktvolk stellten, das Geschehen und die Spielgruppe des Verein Alt Hall war geboren. In der Spielgruppe stellten vor allem ehemalige Sieder ihr schauspielerisches Können unter Beweis. Kontinuierlich wurde die Marktszene um Zauberer, Feuerschlucker und allerlei Marktschreier erweitert. Auch wurde das ganze Treiben an Pfingsten durch die Ankunft des Kaisers nebst Gefolge gekrönt.

Anfang der 1980er Jahre gerieten die Auftritte der inzwischen auf 50 Personen angewachsenen Spielgruppe in Verruf. Die Bestrafung der Delinquenten wurde als brutal und grausig empfunden, da die Strafmaßnahmen sehr eindrücklich dargestellt wurden, gemäß dem historischen Vorbild, denn die Bestrafungen im Mittelalter waren nichts für schwache Nerven (Quelle: Dieter Kalinke: Die Haller Sieder, Geschichte und Brauchtum des Grossen Haller Siedershofes, Verlag Haller Tagblatt).




Heute besteht die Spielgruppe aus ca. 40 aktiven und passiven Mitgliedern. Inzwischen hat sich die Gruppe auch den etwas griffigeren Namen: Haalunkel gegeben. Der Name setzt sich aus den Wortteilen Haal und Halunke zusammen. Haal soll die örtliche Zugehörigkeit zu Schwäbisch Hall und seinem Salz darstellen und so mancher Halunke wird bei uns an den Pranger gestellt oder ins Güllefass getunkt.


An Pfingsten und den Salztagen wird auf dem Schwäbisch Haller Epinalplatz die historische Trinkstube "Zum Schwarzen Hannes" aufgebaut. Schauspielerisch wird u.a. gezeigt, was passiert, wenn man sich mit dem Henker einlässt oder wenn der frisch gekaufte Hahn seinen Pflichten nicht mehr nachkommt. Weiterhin finden am Pfingstsonntag die Markt- und Gerichtsszenen auf dem Marktplatz statt. Abgerundet wird das jährliche Angebot der Spielgruppe durch mittelalterliche Stadtführungen, welche in Form eines Stationentheaters durchgeführt werden.


2015 war ein historisches Jahr für Haalunkel. Nach 30 Jahren unermüdlichen Einsatzes trat Peter Koehnen als Leiter der Gruppe in die 2. Reihe zurück und Rolf Rudolph wurde als sein Nachfolger gewählt. Die Gruppe dankte Peter Koehnen für seine großen Verdienste, indem sie ihn zum 1. Ehrenhaalunkel in der langen Geschichte der Spielgruppe ernannte.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~